Archiv der Kategorie: Exkursion

Frühlingsexkursion in das Museum Laufenberg und den Ricola Kräutergarten, Nenzlingen

Am dritten Frühsommertag nach diesem kalten Mai (es schmelzen die Polkappen, da gibt es das wohl oft) und eineinhalb Jahre nach unserer letzten Exkursion, trafen wir uns am Samstagmorgen live auf dem lauschigen Helye Platz vor dem Museum Laufenthal. Im Freien, noch ohne Masken, erkannten wir uns gut, das hat Spass gemacht. Dann führte Evelyn uns hinein und mitten in die Geschichte von Ricola.

Historische Ricola-Dosen im Museum Laufenberg.

Auf zwei Stockwerken bestaunten wir die Entwicklung der Bäckerei von Emil Richterich in Laufen zur Ricola Holding und vom Husterwohl Bonbon zum Kräuterzucker. Und weiter zum Kräuterbonbon ohne Zucker. Was hat das mit uns zu tun? Dass die dreizehn Kräuter des Basisrezepts, von denen laut Ausstellung jährlich circa 1400 Tonnen frische Pflanzen zu Ricolas verarbeitet werden, alles traditionelle Heilpflanzen sind und 82% davon von Schweizer Bauern angebaut werden (das wissen wir jetzt alles). Dass Ricola in der Schweiz auch mit zahlreichen Kräutergärten zum positiven Kräuterimage beiträgt.

Evelyn stellt uns den Kräutergarten vor.

Einen davon, den Grössten, besuchten wir gleich anschliessend. Er liegt einen Katzensprung, für uns eine Klein-ÖV- Busfahrt entfernt in
Nenzlingen. Das Sandwich unterwegs vertilgt, kosteten wir zum Dessert im Garten Orangenminze und labten uns an den Düften von Kamillen, Beifüssen und Thymian. Die Dreizehn-Kräutermischung der Ricola im Kreisbeet ist das Herzstück des Gartens. Eindruck machte uns je nach Nase die grosse Minzensammlung, die Bergtees, oder, in meinem Fall der Bioanbauversuch der zarten Zitronenmelissen, sowie der schön gedeihende wollige chinesische Beifuss als einer der Exoten hier.

Der Kräutergarten beherbergt rund 200 verschiedene Arten mit einzigartigen Geschmäckern und Düften.

Evelyn liess uns frei entdecken. Leider fehlt hier draussen die Teestube des Museums. Trotzdem fanden wir, unterwegs und zwischen Beeten und Sträuchern, neben allem Anderen, Zeit und Inspiration für ethnobotanischen Austausch. Das ist das Schönste, jeweils.

Dieser Beitrag stammt von unserem Mitglied Nina Zhao-Seiler.

Herbstexkursion ins Ritterhaus Bubikon vom 14. September 2019

Unsere diesjährige Herbstexkursion führte ins Ritterhaus Bubikon, welches als die am besten erhaltene Kommende (Niederlassung) des Johanniterordens in Europa gilt.
Auf unserem Ausflug erhielten wir einen Einblick in das Ende 12. Jh. erbaute Ritterhaus im Zürcher Oberland, sowie die fast 1000-jährige Geschichte des Johanniterordens.

Das Haus

Das Ritterhaus Bubikon von Aussen.

Das heutige Ritterhaus ist das Resultat einer rund 600jährigen Baugeschichte, wobei das Bruderhaus und die Kapelle die ältesten Teile des Hauses verkörpern. Dieser Kern wurde sukzessive um eine romanische Kapelle, ein Haupthaus sowie einen geräumigen Rittersaal, welcher mit der Kapelle für Privatanlässe gebucht werden kann, erweitert. Die erhaltenen Fresken im Inneren der Kapelle stammen hauptsächlich aus der Zeit um 1210 und zeigen unter anderem Episoden aus dem Leben von Johannes dem Täufer. Auch zu erwähnen ist die gut sortierte Bibliothek mit Literatur rund um den Orden, sowie die eindrückliche, zum Verkauf stehende Trotte im Erdgeschoss.

Fresken im Inneren der Kapelle.
Unser Exkursionsguide ist ein echter Ritter der Johanniter!

Kampf dem Unglauben – Einsatz für den Nächsten

Der Johanniterorden verfügt über eine eindrückliche Geschichte, welche nach der Eroberung Jerusalems als Teil des Ersten Kreuzzuges ihre Anfänge nahm. Währenddem für lange Zeit die Ziele des Ordens sowohl militärischer als auch karitativer Natur waren, so beschränken sich die Tätigkeiten heutzutage ausschliesslich auf den Einsatz für Kranke und in Not befindliche Menschen. Aktuelle Aufgaben, welche durch die Subkommende Zürich wahrgenommen werden, umfassen beispielsweise die Lebensmittelausgabe an bedürftige Menschen und den Transport von Hilfsgütern nach Osteuropa.

Standardausrüstung eines Johanniterritters.

Jeder Zeit ihr Kraut

Nebst dem Besuch des Ritterhauses unternahmen wir ebenfalls einen Streifzug durch den angebauten Kräutergarten. Die Beete des Gartens sind in verschiedene Epochen (Antike, Mittelalter, Kolonialzeit und Neuzeit) unterteilt und laden zu einer ethnobotanischen Zeitreise ein. Kräuterinteressierte finden darin unter anderem verschiedene Basilikumarten (Kolonialzeit), die winterharte Lorbeerblättrige Lackzistrose (Cistus laurifolius, Cistaceae; Antike) sowie die süsse Zuckerwurzel (Sium sisarum, Apiaceae), welche dem Mittelalter zugeschrieben wird.

Streifzug durch den Kräutergarten.

Spaziergang nach Hombrechtikon

Das Programm im Ritterhaus und dem Garten wurde abgerundet durch einen sonnig-warmen Spaziergang entlang des Egel- und des Lützelsees bis nach Hombrechtikon. Es fand reger Austausch unter den Mitgliedern statt. Zur Nachmittagsverpflegung wurde dann auch Kontakt mit der gefrässigen einheimischen Fauna hergestellt. Müde und zufrieden traten wir individuell die Heimreise an.

Hombrechtiker Katze an Mais.