Gardens of medicinal plants – Ein gelungenes Symposium und eine lebendige Generalversammlung 2026
Gardens of medicinal plants – Ein gelungenes Symposium und eine lebendige Generalversammlung 2026
Am 21. März 2026 fand an der ETH Zürich auf dem Hönggerberg das diesjährige Symposium des Netzwerks Ethnobiologie Schweiz unter dem Titel „Gardens of medicinal plants – A conversation between ethnobiologists and landscape designers“ statt. Rund 45 Teilnehmende waren vor Ort, zusätzlich schaltete sich eine kleine Gruppe online zur Morgensession dazu.
Das Symposium richtete sich an alle, die sich für ethnobotanische Themen interessieren, insbesondere im Kontext von Landschaftsdesign und Landschaftsarchitektur. Organisiert wurde der Anlass hauptsächlich von Paola Sturla und Annemarie Bucher, zwei Expertinnen in Landschaftsarchitektur sowie engagierte Mitglieder des Netzwerks Ethnobiologie Schweiz. Mit grossem Einsatz ist es ihnen gelungen, zwei unterschiedliche Fachgebiete zusammenzubringen und aufzuzeigen, wie Landschaftsarchitektur einen wichtigen Beitrag zur Revitalisierung, zum Erhalt und zur Weitergabe von traditionellem Pflanzenwissen leisten kann.
Nach der Begrüssung durch den Präsidenten Morris Keller gaben Annemarie Bucher und Paola Sturla eine Einführung in das Konzept ethnobotanischer Gärten. Dabei zeigten sie auf, wie Landschaftsdesign traditionelles Pflanzenwissen aufgreifen und in die Gestaltung von Gärten integrieren kann, mit dem Ziel, sowohl dieses Wissen als auch die entsprechenden Pflanzen langfristig zu bewahren und zugänglich zu machen.
Darauf aufbauend bot das Vortragsprogramm spannende Einblicke in konkrete Projekte und Forschungsansätze:
Helin Can und Antonina Nikolic präsentierten ihren Entwurf für einen ethnobotanischen Garten in Andorra, in dem traditionelle Heilpflanzen der Pyrenäen kultiviert werden sollen. Dabei gingen sie auch auf die Herausforderungen der lokalen Topografie und des Mikroklimas ein und zeigten auf, wie die lokale Bevölkerung aktiv in Aufbau, Pflege und Nutzung des Gartens als Erholungsraum einbezogen werden kann.
Johannes Stoffler erläuterte eindrücklich am Beispiel der Insel Reichenau im Bodensee, wie auf Grundlage historischer Quellen Klostergärten nach mittelalterlichem Vorbild neu und zeitgemäss interpretiert und gestaltet werden können. Dabei wird die ursprüngliche Struktur und Organisation dieser Gärten aufgegriffen, jedoch in eine moderne Formensprache und Umsetzung übertragen. So entsteht ein Ansatz, der historische Konzepte bewahrt und gleichzeitig deren Vermittlung in einem heutigen Kontext ermöglicht.
Desweiteren gab Anaisa Garcia Ambrosy Einblick in ihre Forschungsarbeit in Guatemala, in der sie Ansätze aufzeigt, wie Wissenschaftler:innen und indigene Gemeinschaften zusammenarbeiten können, um traditionelles und lokales Pflanzenwissen zu erforschen, zu teilen, zu bewahren und wiederzubeleben. Im Zentrum steht dabei eine respektvolle, nachhaltige und kollaborative Zusammenarbeit, die unterschiedliche Wissenssysteme miteinander verbindet.
Alice Lemma, Gewinnerin des Student Prize 2025 des Netzwerks Ethnobiologie Schweiz, stellte ihre Forschung zur Dokumentation von Heilpflanzen vor, die bei Symptomen der Endometriose bei Frauen eingesetzt werden. Ihr Projekt kombiniert ethnobotanische und anthropologische Methoden mit digitalen Werkzeugen, um pflanzenbasierte Gesundheitspraktiken zu erforschen und deren Bedeutung im Zusammenspiel mit biomedizinischen Ansätzen besser zu verstehen.
Nach den Vorträgen und einer angeregten Diskussion bot der Nachmittag praxisnahe Einblicke auf dem Campus Hönggerberg. In geführten Gruppen, geleitet von Annemarie Bucher und Paola Sturla, besuchten die Teilnehmenden verschiedene Gärten, darunter den Arzneipflanzengarten (Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften, ursprünglich auf dem Campus der Universität Irchel von Otto Sticher initiiert), den Garten des 21. Jahrhunderts (Chair of Being Alive, Landschaftsarchitektur, Konzept von Teresa Gali-Izard) sowie den modernistischen Garten von Willi Neukom (erste Umgebungsgestaltung des Campus Hönggerberg).
Abbildung 1: Eindrücke von der Führung durch die verschiedenen Gärten auf dem ETH-Hönggerberg-Campus
Besonders hervorzuheben ist der Garten des 21. Jahrhunderts, der als experimenteller Ort für Lehre und Forschung dient: Hier führen Studierende der Landschaftsarchitektur regelmässig feldbasierte Studien und Experimente durch, um neue Ansätze zur Verbindung von Boden, Pflanzen und gestalterischer Praxis zu entwickeln.
Ein weiteres Highlight bildete die Führung durch die pharmakognostische Hartwich-Sammlung, die von Julia Ecker geleitet wurde (https://chab.ethz.ch/outreach/sammlungen/pharmakognostische-sammlung.html) . Diese eindrückliche Sammlung, die auf den Pharmazeuten Carl G. Hartwich zurückgeht, vereint historische Bücher, Objekte und Materialien rund um Heil- und Genussmittel aus verschiedenen Kulturen und Jahrhunderten. Besonders bereichernd war die Anwesenheit von Miriam Sticher, die gemeinsam mit ihrem Mann Otto Sticher massgeblich zum Aufbau und zur Pflege der Sammlung beigetragen hat.
Abbildung 2: Impressionen aus der Duftstoffsammlung der Hartwich-Sammlung
Die Stimmung während des gesamten Tages war ausgesprochen positiv: Die Schweizer Ethnobiologie-Community genoss es sichtlich, sich wieder einmal persönlich zu treffen. Es kam zu angeregten Diskussionen und einem lebhaften Austausch, sowohl während der Präsentationen als auch in den Pausen und bei den Führungen.
Den Abschluss des Tages bildete die Generalversammlung des Netzwerks mit 19 Teilnehmenden. Dabei wurden die Aktivitäten des Jahres 2025 zusammengefasst, neue Mitglieder vorgestellt und Einblicke in die Arbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen gegeben. Interessierte wurden ausdrücklich eingeladen, sich aktiv in einer der Arbeitsgruppen zu engagieren. Ein besonderes Highlight war die Wiederwahl des bestehenden Vorstands für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren. Zudem wurde bereits ein Ausblick auf das Jahr 2028 gegeben, in dem das Netzwerk sein 20-jähriges Jubiläum feiern wird, verbunden mit der Idee, dieses mit einem grösseren Anlass zu würdigen.
Insgesamt war das Symposium ein grosser Erfolg. Das Thema stiess auf sehr grosses Interesse und zeigte eindrücklich, wie vielseitig und interdisziplinär die Ethnobiologie ist. Besonders wurde deutlich, welches Potenzial in der Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektur liegt. Das durchwegs sehr positive Feedback aus der Community unterstreicht den gelungenen Anlass.
Ein herzliches Dankeschön gilt Paola Sturla und Annemarie Bucher für die hervorragende Organisation sowie allen Helferinnen und Helfern, die in Technik und Durchführung mitgewirkt haben. Ebenso danken wir allen Vortragenden für das Teilen ihrer spannenden Arbeiten.
Gardens of Medicinal Plants – A Successful Symposium and a vibrant General Assembly 2026
On March 21, 2026, this year’s symposium of the Swiss Ethnobiology Network took place at ETH Zurich on the Hönggerberg campus under the title “Gardens of medicinal plants – A conversation between ethnobiologists and landscape designers.” Around 45 participants attended in person, with a small group joining the morning session online.
The symposium was aimed at anyone interested in ethnobotanical topics, particularly in the context of landscape design and landscape architecture. The event was primarily organized by Paola Sturla and Annemarie Bucher, two experts in landscape architecture and active members of the Swiss Ethnobiology Network. Through their dedicated efforts, they successfully brought together two distinct fields and demonstrated how landscape architecture can make an important contribution to the revitalization, preservation, and transmission of traditional plant knowledge.
Following the welcome address by President Morris Keller, Annemarie Bucher and Paola Sturla introduced the concept of ethnobotanical gardens. They illustrated how landscape design can incorporate traditional plant knowledge into the creation of gardens, with the aim of preserving both this knowledge and the associated plant species in the long term while making them accessible to a wider audience.
Building on this introduction, the presentation program offered engaging insights into concrete projects and research approaches:
Helin Can and Antonina Nikolic presented their design for an ethnobotanical garden in Andorra, where traditional medicinal plants from the Pyrenees are to be cultivated. They also addressed the challenges posed by the local topography and microclimate, and highlighted ways of actively involving the local population in the establishment, maintenance, and use of the garden as a recreational space.
Johannes Stoffler provided an insightful account, using the example of Reichenau Island on Lake Constance, of how monastic gardens can be reinterpreted and designed in a contemporary way based on historical sources. While the original structure and organization of these gardens are retained, they are translated into a modern design language and implementation. This approach preserves historical concepts while making them accessible and meaningful in a contemporary context.
Furthermore, Anaisa Garcia Ambrosy offered insights into her research in Guatemala, where she explores approaches to collaboration between scientists and Indigenous communities. Her work focuses on how traditional and local plant knowledge can be studied, shared, preserved, and revitalized through respectful, sustainable, and collaborative practices that bridge different knowledge systems.
Alice Lemma, recipient of the Swiss Ethnobiology Network’s Student Prize 2025, presented her research on documenting medicinal plants used in the management of endometriosis symptoms in women. Her project combines ethnobotanical and anthropological methods with digital tools to investigate plant-based health practices and to better understand their role alongside biomedical approaches.
Following the presentations and an engaging discussion, the afternoon offered hands-on insights on the Hönggerberg campus. In guided groups led by Annemarie Bucher and Paola Sturla, participants visited several gardens, including the medicinal plant garden (Department of Chemistry and Applied Biosciences, originally initiated at the University of Zurich Irchel campus by Otto Sticher), the Garden of the 21st Century (Chair of Being Alive, Landscape Architecture, concept by Teresa Gali-Izard), and the modernist garden by Willi Neukom (the first landscape design of the Hönggerberg campus) (Figure 1: Impressions from the guided tours through the different gardens on the ETH Hönggerberg campus)
Particularly noteworthy is the Garden of the 21st Century, which serves as an experimental site for teaching and research. Here, landscape architecture students regularly conduct field-based studies and experiments to develop new approaches to integrating soil, plants, and design practice.
Another highlight was the guided tour of the pharmacognostic Hartwich Collection, led by Julia Ecker (https://chab.ethz.ch/outreach/sammlungen/pharmakognostische-sammlung.html). This impressive collection, originally established by the pharmacist Carl G. Hartwich, brings together historical books, objects, and materials related to medicinal and stimulant substances from various cultures and time periods. The presence of Miriam Sticher, who, together with her husband Otto Sticher, played a key role in building and maintaining the collection, was particularly enriching. (Figure 2: Impressions from the fragrance collection of the Hartwich Collection)
The atmosphere throughout the day was highly positive: the Swiss ethnobiology community clearly enjoyed the opportunity to meet in person once again. There were lively discussions and active exchanges, both during the presentations and throughout the breaks and guided tours.
The day concluded with the General Assembly of the network, attended by 19 participants. The activities of the past year (2025) were reviewed, new members were introduced, and updates from the various working groups were presented. Participants were explicitly encouraged to get involved in one of the groups. A particular highlight was the re-election of the current board for another two-year term. In addition, an outlook was given for 2028, when the network will celebrate its 20th anniversary, with the idea of marking the occasion with a larger event.
Overall, the symposium was a great success. The theme attracted considerable interest and once again demonstrated how diverse and interdisciplinary ethnobiology is. It also highlighted the strong potential of collaboration with landscape architecture. The very positive feedback from the community underscores the success of the event.
A heartfelt thank you goes to Paola Sturla and Annemarie Bucher for the excellent organization, as well as to all those who contributed to the technical setup and logistics. We also thank all speakers for sharing their inspiring work.