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Ethnobotanik im Saas-Tal mit besonderem Augenmerk auf die Meisterwurz (Peucedanum ostruthium (L.) W.D.J.Koch)

Überblick

Seit Juli dieses Jahres arbeite ich an meinem Master in Ethnobotanik bei Caroline Weckerle an der Universität Zürich. Die letzten 4 Monate war ich für meine Feldarbeit im Saas-Tal. Das Hochtal befindet sich 1500-1800 m.ü.M. mit 4 Dörfern, schönen Lärchenwälder, grossen Gletschern und vielen Schafen. Ich habe Menschen getroffen, die mit mir ihr Wissen über Hausmittelchen und Heilpflanzen geteilt haben und mir erzählten, welche Bedeutung die Meisterwurz für sie hat. Diese Pflanze aus der Familie der Doldenblütler bildet den Schwerpunkt meiner Arbeit. Die Meisterwurz wird seit dem Mittelalter genutzt und hat vor allem in den Alpen eine lange Tradition als Allheilmittel. Sie ist nämlich nur in den subalpinen und alpinen Stufen zu finden und wächst gerne an feuchten und nährstoffreichen Stellen. Neben der ethnologischen Befragung über den Nutzen der Meisterwurz interessieren mich auch die Inhaltstoffe ihres Rhizoms, denn vor allem das Rhizom wird für medizinische Zwecke verwendet. Ich sammelte die Rhizome von 130 Individuen aus dem Saas-Tal und werde sie mit Hilfe einer Hochleistungs- Dünnschichtchromatographie (HPTLC) untersuchen. Zudem trug ich für jedes Individuum Daten zur Grösse und Form der ober- und unterirdischen Organe zusammen, um herauszufinden, welche morphologischen Variationen die Meisterwurz annehmen kann.

In den folgenden Beiträgen werde ich noch detaillierter von meiner Arbeit erzählen, zum Beispiel welche Ziele ich in der Arbeit habe oder welche Medizinalpflanzen im Saas-Tal gebraucht werden.

Research in Ethnobiology: a new blog

Ethnobiological research covers a wide range of topics, from fundamental botanical field surveys to livelihood analyses and market research to highly specialised statistical methods.

The aim of this blog is to present and discuss some of these methods. This is work in progress, and we encourage everyone with skills and knowledge to contribute to this collection. Please contact Franz Huber, at huber@ethnobot.ch